SuedLink-Gespräch mit Tennet-Vertretern. Rossmann: „Wir brauchen einen festen Zeitplan für SuedLink und eine Koordination mit den Planungen für den A20-Bau bei der Elbquerung“

Tennet-Gespräch1Am Ende wird die Bundesnetzagentur entscheiden, welche Querung der Unterelbe für die XXL-Stromtrasse Suedlink favorisiert wird. Dabei sind die drei in Rede stehenden Möglichkeiten Hetlingen, Glückstadt und Brokdorf zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen offen. Diese Erkenntnis stand für den Kreis Pinneberger Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann im Mittelpunkt des Gespräches, zu dem er sich kürzlich mit dem Mitglied der Geschäftsführung der Netzbetreiberfirma Tennet Lex Hartman und Mario Meinecke von der Konzernrepräsentanz Berlin im Bundestag getroffen hat. Von besonderem Interesse war dabei für Rossmann die Frage, wie die Zusammenhänge zwischen der Planung und dem Bau der A20 mit Untertunnelung der Elbe bei Glücksstadt und der möglichen Querung der Elbe durch einen Tunnel für die 380-KV-Leitung von Suedlink bei Glücksstadt bestehen. Die Vertreter von Tennet machten hier deutlich, dass es sich in der Durchführung um zwei vollkommen getrennte Bauwerke handelt. Rossmann: „Entscheidend ist für die Abwägung bei der Bundesnetzagentur offensichtlich nicht die Frage, wann und bis zu welchem Zeitpunkt ein Straßentunnel bei Glückstadt wirklich gebaut wird, sondern dass es Klarheit in Bezug auf die Planung und die Finanzierung eines solchen Tunnelbauwerks gibt. Von der technischen Seite bestehen jedenfalls keine Verbindungen zwischen dem einen und dem anderen Bauwerk, sondern es geht hier nur um den möglichen Bündelungskorridor, der für die Abwägung des Projektes bei der Bundesnetzagentur Gewicht bekommen könnte.“

Rossmann wertete diese Trennung der beiden Bauwerke von dem Zeitpunkt der Verwirklichung auch deshalb als wichtig, weil für die Fertigstellung der Elbquerung durch die Suedlink 380-KV-Leitung durchaus ein engeres Zeitfenster besteht als möglicherweise für die abschließende Verwirklichung der A20. Rossmann: „Die ehrgeizigen Baupläne von Tennet müssen dahin gehen, spätestens 2018 mit einer Elbuntertunnelung durch einen Düker für die 380-KV-Leitung an einem der möglichen Standorte an der Unterelbe zu beginnen, um dann bis 2022 definitiv fertig zu werden, weil dann der umfassende Stromnetzverbund nach dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke gebraucht wird.“

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Ein zweiter Diskussionspunkt im intensiven Gespräch mit den Vertretern der Netzbetreibergesellschaft war die Frage nach den Möglichkeiten der Erdverkabelung. Die Tennet-Vertreter machten dabei deutlich, dass es einen großen Unterschied zwischen einer Erdverkabelung im Gleichstrom- oder im Wechselstrombereich von Höchstspannungsleitungen gibt. Rossmann: „Für Höchstspannungsleitungen im Gleichstromsystem ist dieses offensichtlich aus technischen Gründen viel leichter möglich und es gibt hierzu auch schon umfangreiche positive Erfahrungen.“ Allerdings erklärten die Tennet-Vertreter auch, dass eine Gleichstromlösung nach dem System der Erdverkabelung deutlich mehr Baukosten mit sich bringen würde. Die Planer der SuedLink-Trasse haben hier bereits ein gewisses Streckenvolumen an Erdverkabelung in ihre Planung grundsätzlich mit einbezogen. Für Rossmann, der sich auch an der fraktionsübergreifenden Initiative seines CDU-Bundestagskollegen Christian Haase beteiligt hat, ist es jetzt besonders wichtig, dass es auch weiterhin eine umfassende Transparenz des Netzbetreibers für das weitere Verfahren gibt. Rossmann: „Es sprechen sehr viele sehr gute Argumente für eine Bündelung von Infrastrukturtrassen bei Glücksstadt im sogenannten A20-Korridor. Das Bündelungsgebot ist allerdings nur eines unter mehreren Kriterien, die am Ende in die Schlussabwägung einfließen werden.“

 

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