Das Problem von Quarantäneschädlingen in der Baumschulenwirtschaft ernst nehmen

Rossmann setzt sich für Entschädigungsfonds für Baumschulenbetriebe ein

Der Klimawandel und der internationale Handel begünstigen die Einschleppung von fremdartigen Schädlingen, die als sogenannte Quarantäneschädlinge auf Listen der Europäischen Union geführt werden. Treten diese Schädlinge in einer Baumschule auf, müssen die Bestände im schlimmsten Fall vernichtet werden oder die Betriebe werden einer jahrelangen Verkaufssperre unterworfen.

Auf einer Veranstaltung des Bundes Deutscher Baumschulen in Berlin hat sich der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann nachdrücklich dafür ausgesprochen, jetzt im Zusammenhang mit den neuen EU-Verordnungen in Deutschland ernsthaft am Aufbau eines solidarischen Quarantäne-Entschädigungsfons für Baumschulen zu arbeiten. Rossmann: „Es ist richtig, dass die neue Pflanzenschutzverordnung der Europäischen Union im Warenverkehr sehr klare und harte Maßnahmen verordnet, um die Einschleppung von neuen Schädlingen zu vermeiden und bei Erfolg der Einschleppung die Schädlinge zu tilgen oder deren Verbreitung einzudämmen.“ So müssen die davon betroffenen Pflanzen vernichtet werden. Außerdem werden bei Ausbruch der Schädlinge die in einer Pufferzone liegenden Baumschulen mit einem ein bis fünf Jahre dauernden Verbringungsverbot der sogenannten Wirtspflanzen belegt. Dies gilt auch, wenn die Baumschule nicht der Verursacher ist, sondern sich allein schon in der Befalls- oder Pufferzone in einem Umkreis von einem bis zehn Kilometern befindet.

Für den SPD-Bundestagsabgeordneten ist die Regelung einer Teilentschädigung von 50% des entstehenden Schadens, der von der neuen europäischen Verordnung vorgesehen wird, deshalb auch nur ein erster Schritt. Rossmann: „Diese Teilentschädigung beschränkt sich auf den Wert der vernichteten Pflanzen. Nicht entschädigt wird dagegen der Schaden, der durch das sogenannte Verbringungsverbot entsteht.“

Die Baumschulenproduktion vollzieht sich aber über die Aufzucht in mehrjährigen Kulturen, so dass zwischen dem Aufschulen bis zum Verkauf in der Regel zwei bis fünf Jahre liegen. „Die Vernichtung dieser Pflanzen sowie das Verbringungsverbot der Wirtspflanzen gefährden deshalb die Baumschulenbetriebe in besonderer Weise in ihrer wirtschaftlichen Existenz, so der Abgeordnete.“

Wie bei der Veranstaltung in Berlin deutlich wurde, führen die Baumschulen selbst bereits im eigenen Interesse und der Verantwortung für die gesamte Branche schon zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung des Einschleppens von Quarantäne-Schadorganismen durch. In Berlin kamen auch die zertifizierten Schädlingsspürhunde zur Sprache, die mittlerweile auch im Kreis Pinneberg von Betrieben eingesetzt werden können. Deutlich wurde auch, dass diese Maßnahmen allenfalls Risiken begrenzen, aber nicht ausschließen können.

Mit der Initiative für einen solidarischen Quarantäne-Entschädigungsfonds der Baumschulen wird hier jetzt eine Vorsorge gegen nicht kalkulierbare Unternehmensrisiken angestrebt. Für den SPD-Abgeordneten ist es dabei selbstverständlich, dass die Baumschulen auch substanzielle eigene Beiträge zu einem solchen gemeinsamen Fonds mit leisten. Auf der anderen Seite hält der Abgeordnete es auch für sinnvoll, dass die öffentliche Hand einen Beitrag leistet, zumal Versicherungslösungen von den privaten Versicherungsgesellschaften bisher ausgeschlossen sind. Für Rossmann ist ein solcher Sicherungsfonds auch deshalb wichtig, weil der Baumschulenwirtschaft angesichts von Klimawandel, der Bedeutung von privatem und öffentlichem Grün und der verlässlichen Produktion von Pflanzen für diese Zwecke eine zunehmende Bedeutung bekommt.

Ernst Dieter Rossmann und Markus Guhl

 

 

 

 

 

 

Dr. Ernst Dieter Rossmann und Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

 

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