Jetzt deutlich mehr ausbilden in den Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen

Ernst Dieter Rossmann schlägt Alarm

„So wird das nichts mit dem Ausbau guter frühkindlicher Bildung, der Ganztagsbetreuung in der Schule und den Verbesserungen bei der Pflege. Um hier die notwendigen Kapazitäten an Fachkräften rechtzeitig zu schaffen, muss jetzt deutlich mehr ausgebildet werden, als es aktuell der Fall ist“, schlägt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann vor. Der jüngste Berufsbildungsbericht 2018 könne zwar darauf verweisen, dass es seit 2005 einen Anstieg der Anfängerzahlen in den Berufen des Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesens um insgesamt 23,3 Prozent gegeben hat, aber der Trend der vergangenen drei Jahre sei leider höchst widersprüchlich und bei weitem nicht ausreichend.

So gab es für das Jahr 2015 ein Minus von 1,1 Prozent, für das Jahr 2016 ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und für den letzten Berichtszeitraum bis zum September 2017 wiederum ein Minus von 0,4 Prozent. Bei den Absolventenzahlen hat es dabei nach den Informationen des letzten Nationalen Bildungsberichtes von 2016 in Deutschland einen Zuwachs von 2010/2011 von 19.000 Ausbildungsabschlüssen bis 2013/14 auf 26.547 gegeben, der auch in der Hochrechnung bis 2016/17 auf 31.413 weiter gewachsen ist. Schleswig-Holstein reiht sich hier mit einer Verdopplung von 603 Absolventen 2010/11 auf 1238 in 2016/17 ein. Rossmann: „Bei diesen Zahlen werden die großen Reformvorhaben im Erziehungs-, Sozial- und Pflegebereich jedenfalls nicht zu erreichen sein. Hier müssen die Bundesländer jetzt gemeinsam ordentlich nachlegen, um dem Fachkräftebedarf für die nächsten zwei Jahrzehnte gerecht zu werden.“

Diese Schlüsselberufe müssten im nächsten Berufsbildungsbericht noch sehr viel intensiver im Zusammenwirken von Bund und Ländern beleuchtet werden, selbst wenn es sich um vollzeitschulische Ausbildungen in Länderhoheit handelt. Erforderlich sei jetzt eine konzertierte Aktion aller Länder und eine gemeinsame Ausbildungs- und Qualifizierungsstrategie mit dem Bund. Dazu gehören der Ausbau der Ausbildungsangebote und die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen einschließlich Gebührenfreiheit, der Vergütung in der Ausbildung und im späteren Berufsleben bis hin zu einer höheren Qualität der Arbeitsbedingungen und der Aufstiegsmöglichkeiten.

Damit sich das Minus bei den Ausbildungsanfängern nicht dauerhaft verfestigt, sind auch mehr Aufklärung und mehr Werbung für diese Berufe unbedingt notwendig. Rossmann: „Wer jetzt nichts tut, fährt die großen Vorhaben bei Ganztagsbetreuung, frühkindlicher Bildung genauso wie bei der Pflege jedenfalls sehenden Auges gegen die Wand.“

Rossmann informiertSCHMAL

Getagged mit: , , , , , ,
Veröffentlicht in Berlin, Pressebereich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*