Berufliche Schulen bald ohne Lehrer?

Rossmann schlägt Alarm

Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung geht bis zum Jahr 2030 fast die Hälfte der bundesweit rund 125.000 Berufsschullehrkräfte in den Ruhestand. Gleichzeitig werden kurzfristig für das Jahr 2020 4.000 neue Berufsschullehrkräfte benötigt. Der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, der auch Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung ist, macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass es aktuell immer weniger Absolventen für berufliche Schulen und berufliche Fächer im Sekundarbereich II bei den Lehramtsstudierenden gibt. Rossmann: „Wenn man bedenkt, dass die Ausbildung der Lehrkräfte des Berufschulwesens zwischen sieben und acht Jahren braucht, muss jetzt heftig Alarm geschlagen werden. Die Bildungsministerien in den Ländern müssen hier deutlich mehr Werbung für diesen aussichtsreichen und wichtigen Lehrberuf machen. Die Ausbildungskapazitäten an den Universitäten müssen zügig ausgebaut werden. Wir brauchen auch dringlich eine weitere Modernisierung der beruflichen Schulen und Berufsbildungsstätten.“

Obwohl es sich hierbei an erster Stelle um Länderaufgaben handelt, ist auch der Bund nach Angaben des Abgeordneten nicht untätig gewesen. So gibt es spezielle Programme zur Modernisierung der Berufsbildungsstätten, aber auch aus dem Fünf-Milliarden-Euro-Programm zur Digitalisierung an den Schulen ist ein entsprechendes Kontingent für die berufsbildenden Schulen vorgesehen. Rossmann: „Ich hoffe darauf, dass die Landespolitik in Schleswig-Holstein diesen Schulen die besondere Priorität gibt, die sie verdienen.“

Zugleich wirbt der Bildungsausschussvorsitzende dafür, dass sich vermehrt junge Abiturienten für ein Studium zum Berufsschullehramt interessieren. Rossmann: „Die Berufsaussichten sind wirklich gut und deutlich besser als in anderen Lehrerberufen.“ Der SPD-Bildungspolitiker rechnet damit, dass auf mittlere Sicht auch vermehrt Quereinsteiger, die ohne ein Vollstudium zur Berufsschullehrerbefähigung aus praktischen Berufen für die Berufsschulen gewonnen werden, stärker zum Zuge kommen. Rossmann: „Dagegen ist grundsätzlich gar nichts zu sagen, weil auch solche Quereinsteiger sehr gute Voraussetzungen für die Berufsausbildung mitbringen können, nur kommt es hier immer auf die richtige Mischung an. Wer jetzt alleine auf diese Lehrerreserve setzt, handelt fahrlässig. Es muss jetzt alles dafür getan werden, dass wir einen ausreichenden Lehrernachwuchs möglichst schnell bekommen.“

Dies sollte auch im Interesse der Wirtschaft sein, so der Abgeordnete, die als dualer Partner eine große Verantwortung für die Berufsausbildung insgesamt mit trägt.

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