Rossmann (SPD) fordert Ausbildungsgipfel für Erzieherinnen und Erzieher

Lücke von über 200.000 Fachkräften rechtzeitig schließen.

Kita_kinderIn den letzten 10 Jahren sind in den Kindertagesstätten über 250.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Mit mehr als 600.000 pädagogischen Fachkräften zählt das Berufsbild mittlerweile fast so viele Personen wie das gesamte allgemeine Schulwesen mit 700.000 Lehrkräften. Ernst Dieter Rossmann, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bundestag und SPD-Abgeordneter im Kreis Pinneberg, schlägt jetzt Alarm: „Alle Fachleute sagen schon jetzt bis 2030 einen zusätzlichen Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern von über 200.000 Personen voraus, um die Nachfrage in den Kindertagesstätten abzudecken. Und ab 2025 soll der Rechtsanspruch auf Betreuung in der Grundschule dazu kommen, der nicht nur durch Lehrkräfte abzudecken sein wird. Bund, Länder und Kommunen müssen sich dringend auf einem Erzieher/innen-Gipfel zusammensetzen, um einen gemeinsamen Plan zur Ausbildung dieser Fachkräfte zu entwickeln. Da darf es jetzt nicht länger ein Abwarten geben.“

Verhandlungsergebnis eines solchen „Masterplans Erzieher/innen-Ausbildung in Deutschland“ muss dabei nach Auffassung des Abgeordneten eine präzise Bedarfsanalyse, eine Erhebung der Ausbildungskapazitäten, Verabredungen für den Schulausbau und die Einigung auf einige wenige Grundmodelle der Erzieher/innen-Ausbildung sein. Rossmann: „Gegenwärtig haben wir in Deutschland Vollzeitausbildungen, praxisintegrierte Ausbildungen, Teilzeitausbildungen mit und ohne Anstellung und zusätzlich viele Aufbau- und Überbrückungskonzepte. Ein solcher Wildwuchs ist nicht gut für die Mobilität und den gemeinsamen Arbeitsmarkt.“

Ein weiteres Problem sieht der Abgeordnete auch in der fehlenden Ausbildungsvergütung, die nur rund 20 % der Auszubildenden erhalten. Rossmann: „Auch hier braucht es dringend ein gemeinsames Verfahren von den Kommunen, den Ländern und dem Bund.“ Wichtig ist Rossmann auch, den Männeranteil im Berufsfeld anzuheben: „90 % Frauen und nur 10 % Männer werden den zukünftigen pädagogischen Anforderungen der Kindertagesstätten nicht immer gerecht.“

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