„Integration braucht Engagement!“

Rossmann (SPD) trifft Verein „Brücken der Kulturen“

Foto Dr. Ernst Dieter Rossmann, Sezen Atci, Arzu Degirmencioglu und Baris Karabacak (v.r.n.l.)

Tauschten sich über aktuelle Fragen der Integrationspolitik aus: SPD-MdB Dr. Ernst Dieter Rossmann, Sezen Atci, Arzu Degirmencioglu und Baris Karabacak (v.r.n.l.)

„Sprache, Arbeit, Bildung und Ehrenamt“ – das sind für Baris Karabacak die vier Säulen der Integration von Immigranten. Seit 2012 setzt sich der Vorstandsvorsitzende des Pinneberger Vereins „Brücken der Kulturen“ gemeinsam mit seinen Mitstreitern in der Beratung und Betreuung von Einwanderern ein.

Für SPD-MdB Ernst Dieter Rossmann, den Karabacak jetzt gemeinsam mit seinen Vorstandskolleginnen Arzu Degirmencioglu und Sezen Atci zu einem Gespräch besuchte, hat die Arbeit des Vereins Vorbildcharakter. „Wir brauchen solche Brückenbauer mit ihrem Einsatz für die Integration“, zeigte sich der Politiker beeindruckt von den Aktivitäten der Gruppe. Dazu gehören, wie Karabacak berichtete, auch kulturelle Veranstaltungen wie Länderabende zu den verschiedensten Kulturkreisen der Welt und eine Tanzgruppe für Jugendliche.

Besonders wichtig ist den 47 Mitgliedern des Vereins aber der Einsatz für den Erwerb der deutschen Sprache durch die Zuwanderer. Die finanziellen Mittel des ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Vereins werden deshalb zu einem guten Teil auch für Stipendien für Deutschkurse der Pinneberger Volkshochschule verwandt.

Positiv nahmen Karabacak und seine Kolleginnen daher auch den Hinweis Rossmanns auf, dass sich die Koalitionsparteien im Bund darauf verständigt haben, die Sprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auszuweiten. „Im Koalitionsvertrag steht wörtlich ‚Asylbewerbern und Geduldeten werden wir in Zusammenarbeit mit den Ländern den frühen Spracherwerb ermöglichen.‘ Als SPD werden wir dafür sorgen, dass das auch so umgesetzt wird“, betonte Rossmann. Eine gute aktuelle Nachricht sei auch, dass es gelungen sei, zusätzliche Gelder für berufsbezogene Sprachkurse zu mobilisieren, so dass diese Kurse für das Jahr 2014 gesichert seien.

An alle Ebenen der Politik richteten die Vorstände des Vereins „Brücken der Kulturen“ den Appell, für mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Ämtern und Behörden zu sorgen. „Ob in örtlichen Verwaltungen, bei der Polizei oder bei der Arbeitsagentur – wir sind überall deutlich unterrepräsentiert“, machte Degirmencioglu, die selbst in der Kreisverwaltung arbeitet, gegenüber Rossmann deutlich. Die Nachbarstadt Hamburg sei in dieser Hinsicht schon ein ganzes Stück weiter, nachdem sich der Senat unter Ole von Beust im Jahr 2006 zu einer gezielten Förderung in diesem Bereich entschlossen habe. Auch unter SPD-Bürgermeister Olaf Scholz tue der Senat viel für die Integration. Insbesondere die Einbürgerungsoffensive der Hamburger sei sehr zu loben, betonte Karabacak. Die von der Bundesregierung geplanten neuen Regelungen zur doppelten Staatsbürgerschaft begrüßt der Vereinschef ebenfalls. „Das ist ein echter Fortschritt. Es sollte aber im zweiten Schritt auch zu einer Altfallregelung und zur Einbeziehung der älteren Einwanderer kommen“, regt Karabacak an.

Ein großer Schatz der deutschen Kultur ist für den Deutschen mit türkischen Wurzeln die Allgegenwärtigkeit und Bedeutung ehrenamtlichen Engagements. „Das gibt es in vergleichbarer Weise wohl in keinem anderen Land. Als Verein werben wir deshalb offensiv dafür, dass Einwanderer sich in ihrer Freizeit engagieren, sei es bei der Feuerwehr oder in Sozialverbänden.“ Dass er auch über neue Mitglieder in seinem Verein nicht unglücklich wäre, sagt er zwar nicht, dürfte aber wohl selbstverständlich sein. Offen ist die Initiative jedenfalls für alle Männer, Frauen und Jugendlichen. „Wir sind ein Verein für alle Nationen“, betonen Atci, Degirmencioglu und Karabacak.

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