Rossmann: „Meisterbrief stärken!“

SPD will Zulassungspflicht gegen EU verteidigen

„Die SPD will das System der zulassungspflichtigen Handwerksberufe stärken, in denen die Betriebe von Meistern geführt werden müssen.“  Das berichtet der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann. Mit einem Antrag im Bundestag will die SPD deshalb gemeinsam mit der Union die Bedeutung des Meisterbriefs sicherstellen.

„Die Zulassungspflicht ist auch ein Stück Verbraucherschutz“, argumentiert Rossmann. „Die meisten Kunden verbinden mit dem Meistertitel fachliche Qualifikation und Beratungskompetenz. Es ist im Interesse von Verbrauchern und Wirtschaft, dass der Meisterbrief erhalten bleibt!“ Versuche von Seiten der EU, die Zulassungspflicht als Wettbewerbshemmnis abzuschaffen, soll nach Auffassung des Abgeordneten deshalb durch einen Beschluss des Bundestags eine Absage erteilt werden. „Der Meisterbrief ist nicht Sache der Gemeinschaft. Die Reglementierung von Berufen muss eine autonome Entscheidung der Mitgliedstaaten bleiben“, betont der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Gerade auch die EU hat das duale Ausbildungssystem deutschen Musters immer wieder als Vorbild dargestellt. Dazu gehört aber auch der Meister mit Meisterbrief“ so Rossmann. „Die Meister-geführten zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe haben die höchsten Ausbildungsquoten, sie sorgen für einen gut qualifizierten Fachkräftenachwuchs und leisten damit einen wichtigen Beitrag für unsere gesamte Wirtschaft.“

Mit einer Million Betriebe und mehr als 5,3 Millionen Erwerbstätigen sei das deutsche Handwerk eine tragende Säule des Mittelstandes, argumentieren die Sozialdemokraten in ihrem Antrag. „Das Handwerk ist hoch innovativ, regional verankert und erschließt sich durch seine leistungsfähigen Betriebe auch erfolgreich Märkte auf europäischer und internationaler Ebene“, heißt es wörtlich in der Beschlussvorlage.

Für Rossmann ist der Meisterbrief auch ein Garant für die hohe Ausbildungsqualität im Handwerk. „Aus heutiger Sicht muss in diesem Zusammenhang die Handwerksnovelle von 2004 durchaus kritisch gesehen werden“, räumt der Politiker ein. Damals waren 53 bis dahin zulassungspflichtige Gewerke zulassungsfrei geworden. „Die von der Deregulierung erwarteten positiven Effekte wie ein Wachstumsschub und mehr Beschäftigung sind weitgehend ausgeblieben. Gleichzeitig hat aber die Ausbildungsleistung deutlich nachgelassen.“ Mit der aktuellen Initiative will die Große Koalition daher ein Signal zur Stärkung von Handwerk und Meisterprädikat setzen. „Der Meisterbrief ist ein Erfolgsmodell. Er darf nicht zur Disposition stehen“, so Rossmann.

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