„Selbsthilfe ist Prävention vor Vereinzelung“

Rossmann lobt Selbsthilfekontaktstelle des DRK

Bild Rossmann

Tauschten sich über die Arbeit der Selbsthilfe im Migrationsbereich und das neue Präventionsgesetz aus: Kontaktstellen-Mitarbeiterinnen Katarina Gabriel und Kerstin Kreuzhage, DRK-Kreisvorsitzender Wolfgang Krohn und SPD-MdB Dr. Ernst Dieter Rossmann (v.l.n.r.).

Die Rolle von Selbsthilfegruppen muss jetzt auch über das Präventionsgesetz gestärkt werden. Diese Forderung stellte der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann jetzt bei einem Besuch der Zentralen Kontaktstelle für Selbsthilfe beim DRK-Kreisverband in Rellingen.

Im Gespräch mit dem Abgeordneten informierten die Leiterin der Kontaktstelle Kerstin Kreuzhage, ihre Kollegin Katarina Gabriel und DRK-Kreisvorsitzender Wolfgang Krohn über das breitgefächerte Angebot  der Einrichtung, die sowohl Menschen berät, die eine  Selbsthilfegruppe suchen, als auch die Unterstützung der Selbsthilfegruppen im Kreis Pinneberg organisiert und koordiniert.

Dabei konnten die beiden Mitarbeiterinnen der Kontaktstelle berichten, dass aktuell mit dem  Projekt „Selbsthilfe – Neue Wege zwischen Gesundheit und Migration“ ein neuer Baustein die Aktivitäten der Gruppen im Kreis ergänzen wird. „Das Projekt arbeitet landesweit und wird von der AOK NordWest unterstützt“, erläuterte Kreuzhage dem Abgeordneten. „Im Rahmen dieses Projekts wird die Gründung von muttersprachlichen Selbsthilfegruppen unterstützt.“ Hintergrund ist, dass es in den 150 Selbsthilfegruppen im Kreis Pinneberg nur wenige Menschen mit einem Migrationshintergrund gibt. Für Kreuzhage ein Punkt, an dem sich etwas tun muss: „Die Selbsthilfegruppen sind mittlerweile eine wichtige Säule im deutschen Gesundheitssystem, davon sollten alle Menschen, die hier leben, profitieren können.“

Die Rolle der Selbsthilfegruppen zu stärken ist auch Ziel der SPD im Bundestag, wie Rossmann deutlich machte. „In Berlin ist gerade das neue Präventionsgesetz in Arbeit, auf das wir Sozialdemokraten lange hingearbeitet haben. Wir haben erkannt, dass in unserer alternden Gesellschaft Gesundheitsförderung und Prävention wichtiger sind denn je“, erklärte der Abgeordnete. „Mit dem Präventionsgesetz, über das der Bundestag Ende März in erster Lesung beraten hat, sollen Gesundheitsförderung und Prävention besser unterstützt und finanziert werden.“

Ziel ist des Gesetzes ist es, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie entstehen oder sie in ihrem Verlauf positiv zu beeinflussen. Rossmann: „Dafür sollen Prävention und Gesundheitsförderung in allen Lebensbereichen erfolgen: in Kitas, Schulen, im Betrieb oder Pflegeheim. Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsvorsorge sollen enger miteinander verknüpft werden, Früherkennungsuntersuchungen fortentwickelt und das Impfwesen gefördert werden. Ich bin entschieden dafür, dass dabei auch die Selbsthilfegruppen einbezogen werden, denn ihr Beitrag zur Gesundheitsförderung und ihre Rolle als Schutz gegen die Vereinzelung von Patienten und Angehörigen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden!“

Konkret sieht der Gesetzentwurf Rossmann zufolge vor, dass Krankenkassen mindestens zwei Euro jährlich für jeden Versicherten ausgeben müssen, um Betriebe bei der Gesundheitsförderung zu unterstützen. Insgesamt sollen die Krankenkassen von 2016 an mindestens sieben Euro jährlich pro Versicherten für Gesundheitsförderung und Prävention ausgeben. Künftig sollen zudem Pflegebedürftige, die in Pflegeheimen wohnen, Anspruch auf Präventionsleistungen erhalten.

Der Arbeit der Kontaktstelle käme dies entgegen. „Es wäre schön, wenn der Beitrag, den die Selbsthilfegruppen zur gesundheitlichen Chancengleichheit in der Gesellschaft leisten, noch stärker anerkannt und gewürdigt würde“, so Einrichtungsleiterin Kreuzhage. „Denn Selbsthilfegruppen sind offen für alle, unabhängig vom Einkommen und vom sozialen Status. Selbsthilfegruppen helfen den Betroffenen bei der Krankheitsbewältigung und sorgen so für mehr Lebensqualität.“

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