Integrationskurse ausweiten – Rossmann: Die Deutsche Sprache ist ein Gewinn auch ohne dauerhafte Bleibeperspektive

„Selbst bei einer Rückkehr in das Heimatland können Deutschkenntnisse und berufliche Kompetenzen nur von Vorteil sein, und zwar für die Betroffenen und für den Herkunftsstaat.“ Diese Auffassung vertritt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete und Bildungspolitiker Ernst Dieter Rossmann mit Blick auf eine nachhaltige Migrations- und Integrationspolitik. Spätestens wenn Asylsuchende auf die Kommunen verteilt würden, müssten auch Menschen mit sogenannter „schlechter Bleibeperspektive“ Zugang zu Sprache, Ausbildung und Arbeit erhalten, sofern keine Aussicht auf eine wirklich sehr schnelle Rückkehr in die Heimat besteht. Rossmann: „Speziell bei der großen Gruppe der afghanischen Flüchtlinge und Asylbewerber ist dringender Handlungsbedarf gegeben, denn hier gibt es nicht nur eine sehr hohe Anerkennungsquote aus bekannten Gründen von Krieg und Verfolgung, sondern auch eine lange Verweildauer in Deutschland.“

Rossmann sieht hier „verschleuderte Zeit für die betroffenen Menschen“ und „ungenutzte Chancen für Deutschland und die wirtschaftliche Entwicklung im Heimatland“, wenn es aus grundsätzlichen Erwägungen heraus keine sprachlichen Bildungsmöglichkeiten und Zugänge zu beruflicher Bildung gibt. Rossmann: „Über das Goethe-Institut und viele Aktivitäten des Außenministeriums tut Deutschland alles, um die deutsche Sprache in der Welt populär zu machen und berufliche Kompetenzen mit zu fördern. Da ist es kurzsichtig, diese Potentiale jetzt nicht zu nutzen.“ Gerade mit mehr beruflichen Kenntnissen sei es auch bei einer Rückführung in das Heimatland leichter, dort eine Existenz aufzubauen und sich eine langfristige wirtschaftliche Perspektive zu geben.

Rossmann: „Angesichts dieser vielen Vorteile ist es nicht einzusehen, dass wir in Deutschland nicht gleiche Zugangschancen für den Spracherwerb aufbauen.“ Immerhin hat die Bundesregierung einen ersten Ansatz hierzu schon gefunden, indem sie ein besonderes Programm über das Bildungsministerium zusammen mit den Volkhochschulen zu dem Thema „Einstieg Deutsch“ aufgelegt hat. Rossmann: „Dieses Programm zielt ganz bewusst darauf ab, schon von den ersten Tagen an denjenigen, die bei uns sind, im Interesse auch derjenigen, die als deutsche Bevölkerung in unserem Land leben, elementare Sprachkenntnisse zu ermöglichen.“

Auch die Kinder und Jugendlichen würden unabhängig von ihrem rechtlichen Status als ganz elementares Menschenrecht auf Bildung über die Schulen mit der deutschen Sprache vertraut gemacht und könnten sich hiermit ein Fundament für einen schulischen Abschluss oder eine Berufsausbildung legen. Rossmann: „Weshalb hier dann drastisch bei den Erwachsenen diese Entwicklung abgeschnitten wird und die einen in den Integrationskursen bleiben dürfen, während die anderen herausgeschickt werden, ist nur mit einem kurzsichtigen Verständnis von Migrationspolitik erklärbar“ Die Forderung, Sprache und Bildung als „Geschäft auf Gegenseitigkeit“ für weitere Kreise der Migranten zu öffnen, nimmt der Abgeordnete auch aus seinen zahlreichen Gesprächen mit Bildungseinrichtungen, Volkshochschulen und den Willkommensteams im Kreis Pinneberg mit.

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