„Das Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft ist ein erster sehr wichtiger Schritt“

IMG_2443Fülscher und Rossmann einig: „Darauf haben wir lange hingearbeitet.“

Im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen dem Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete  Dr. Ernst Dieter Rossmann, Jan-Peter Fülscher, Geschäftsführer von Fülscher Fleisch KG in Seestermühe, der Bundestagsabgeordneten Dr. Karin Thissen aus Steinburg/Dithmarschen Süd und Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft sowie der SPD-Ortsvorsitzenden Seestermühe, Erika Zieger, stand das neue Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft und der Einfluss dessen auf die aktuelle Arbeits- und Marktsituation der Fleischindustrie. „Ein erster wichtiger Schritt ist mit dem Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft getan, es wird aber noch viele Monate dauern, bis es tatsächlich umfassend greift.“, erklärte Fülscher.

Das Gesetz, welches unter anderem zukünftig untersagt, dass Arbeitnehmer für Schutzkleidung zahlen, soll langfristig dazu führen, dass Werkverträge in der Fleischwirtschaft eine Ausnahme bilden und mindestens 80 Prozent direkt im Unternehmen angestellt sind. Allerdings gibt es bisher in der Fleischwirtschaft, vor allem in den großen Betrieben, immer noch eine hohe Anzahl an Lohnarbeitern und Menschen mit Werksverträgen, die über ein Subunternehmen laufen. Rossmann: „Es ist wirklich wichtig, dass diese Missstände jetzt durch das Gesetz bekämpft werden.“ Die Betriebe nutzen dabei aus, dass die Kosten für Werkverträge von der Bruttowertschöpfung abgezogen werden können, was dazu führt, dass Betriebe von der EEG-Umlage befreit werden, was wiederum zum Lohndumping führt. So forderte Fülscher im Gespräch mit den SPD-Politikern, dass die Kosten für Werkverträge bei einer potentiellen Befreiung von der EEG-Umlage genauso berechnet werden müssen, wie der normale Arbeitslohn. Rossmann sagte zu, sich auch weiterhin dafür einzusetzen: „Auch wenn es hier ein sehr dickes Brett ist, muss es weiter gebohrt werden. Wir müssen auch an die Ausbildungsplätze in der Branche denken.“ Denn die Lohnentwicklung in der Fleischwirtschaft führt auch dazu, dass es bei Fülscher Fleisch KG aktuell keine Auszubildenden gibt, während der Betrieb bis vor einigen Jahren noch bis zu elf Azubis vorweisen konnte.

Grundsätzlich wies Fülscher auf die Preisprobleme seiner Produkte hin. Auch an Supermarkttheken sei es mittlerweile schwierig, schwarze Zahlen zu schreiben. Dr. Karin Thissen kennt das Problem und erklärte, dass das vor allem daran liegt, dass Fleisch in den meisten Fällen günstiger ist als Obst und Gemüse. „Viele Menschen erkennen den Wert von Fleisch nicht. Mein Ziel als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ist es, dass die Leute wieder ein Gefühl für Qualität von Lebensmitteln bekommen.“ Daher setzt sich die SPD-Expertin seit längerer Zeit für eine konkrete und korrekte Lebensmittelkennzeichnung ein, damit Leute auch wissen, was sie kaufen und woher es kommt.

Das käme auch der regionalen Wertschöpfung zu Gute. Rossmann: „Es ist wichtig, dass wir unsere regionale Betriebe unterstützen, wo wir nur können. Ohne unsere regionalen Unternehmen sähe unsere Region nämlich ganz schön blass aus.“

 

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