„Das wird mehr als eine Lohnrunde“

Diskutierten über aktuelle Tarifforderungen und zukunftsgerichtete Arbeitnehmerpolitik: Die SPD-MdBs Ernst Dieter Rossmann und Mathias Stein, AfA-Kreischef Jürgen Heesch und IG-Metall-Bevollmächtigter Kai Trulsson.

Diskutierten über aktuelle Tarifforderungen und zukunftsgerichtete Arbeitnehmerpolitik: Die SPD-MdBs Ernst Dieter Rossmann und Mathias Stein, AfA-Kreischef Jürgen Heesch und IG-Metall-Bevollmächtigter Kai Trulsson.

SPD-Arbeitnehmerforum zu Metall-Tarifverhandlungen 

„Bei der bevorstehenden Tarifauseinandersetzung im Metallbereich geht um mehr als eine normale Lohnrunde. Es steht eine echte Reformrunde an.“ Das berichtete IG-Metall-Bevollmächtigter Kai Trulsson jetzt beim aktuellen „Arbeitnehmerforum“ von MdB Dr. Ernst Dieter Rossmann und SPD-Arbeitnehmerschaft (AfA) des Kreises.

„Wir verlangen eine deutliche Entgelterhöhung und Anspruch auf ‚kurze Vollzeit‘“, erläuterte der Gewerkschafter. „Wir wollen, dass die Beschäftigten die Wahlmöglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit auf zwei Jahre befristet auf bis zu 28 Stunden in der Woche zu verkürzen.“

Für Rossmann und seinen Fraktionskollegen Mathias Stein aus Kiel ist das ein guter Ansatz: „Flexibilisierung darf der Arbeitgeberseite nicht nur dann recht sein, wenn es um Überstunden und Erreichbarkeit der Beschäftigten geht“, stellte Arbeitnehmerpolitiker Stein klar. „Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die Vereinbarkeit ihrer Arbeit mit der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen ein zentrales Thema. Es ist an der Zeit, dass die Unternehmen sich herauf einstellen.“

Auch Rossmann sagte den IG-Metallern Unterstützung zu. „Digitalisierung und Internationalisierung reichen mit ihren Auswirkungen auf die Wertschöpfung 4.0 von der Großindustrie bis zum Handwerk.  Das zwingt Arbeitgeber und Gewerkschaften, die politischen Instanzen und die Fachbehörden zur Auseinandersetzung mit neuen Konzepten“, stellte der Bildungsexperte die Forderungen in einen größeren Zusammenhang. Neben der von den Gewerkschaftern geforderten Flexibilisierung sei dabei auch das von der SPD vorgeschlagene Chancenkonto ein richtungweisender Beitrag. „Das rechtlich abgesicherte Chancenkonto, das Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen materiellen Grundstock zur Bildung und Qualifizierung für den Verlauf der Arbeitsbiografie und gegebenenfalls auch darüber hinaus von Staats wegen garantiert, und der aktuelle IG-Metall-Vorschlag passen gut zusammen“, befand der Abgeordnete.

AfA-Kreischef Jürgen Heesch blickte ebenfalls über die aktuelle Tarifauseinandersetzung hinaus. „Wir brauchen vor allem auch eine Stärkung der Tarifbindung. Nur noch 60 Prozent der Beschäftigten arbeiten in einem tarifgebundenen Betrieb“, machte der Arbeitnehmervertreter deutlich. Die sinkende Tarifbindung werde noch verstärkt, seit Arbeitgeberverbände eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung zulassen.

Einig waren sich die Teilnehmer der Runde auch darüber, dass mit Blick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ein Ausbau der Mitbestimmung notwendig ist. „Die Entwicklungen in Wirtschaft und Arbeitsmarkt erfordern neue Konzepte und auch neue Regelungen, was die Arbeitnehmerrechte angeht. Die Arbeitgeberseite muss sich dieser Herausforderung stellen – auch im eigenen Sinne“, fasste Rossmann die Diskussion zusammen.

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