Die europäische Idee neu beleben

IMG_2805SPD-Diskussion um einen gemeinsamen Europa-Feiertag

 „In der europäischen Debatte fehlt mir häufig der Drive. Wo sind die neuen Initiativen für mehr Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Forschung? Was tut Europa gemeinsam für die europäische Idee und die Identifikation der jungen Menschen mit Europa?“, fragte sich der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann in der Gesprächsrunde, die in Quickborn zur Zukunft der europäischen Jugend stattfand. Hintergrund der Diskussion war der erst kürzlich veröffentlichte Europäische Beschäftigungs- und Sozialbericht der Europäischen Kommission, der der EU zwar einen positiven arbeitsmarktpolitischen Trend bestätigt, jedoch auch zeigt, dass die jüngeren Generation es deutlich schwieriger auf dem Arbeitsmarkt haben wird. Viele finden nur mit großer Mühe einen Arbeitsplatz, der dann vielfach nur befristet und in Teilzeit ist.

„Die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlichen entlädt sich dann auch in Wut und Resignation, was wiederum vielen extremen Parteien und Verbänden in die Hände spielt“, so Ulrike Rodust, die SPD-Europaabgeordnete für das Land Schleswig-Holstein, die auf Einladung Rossmanns an der Diskussion teilnahm. Unter der Leitung von SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Hölck brachten sich in der Gesprächsrunde außerdem der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Professor Heiner Dunckel aus Flensburg, und Tom Lenuweit, ehemaliger Landesschülersprecher der Gymnasien und stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender der SPD Quickborn ein.

Die EU muss vor allem in der jüngeren Generation wieder neu belebt werden, so der einhellige Tenor in der Gesprächsrunde. Insbesondere durch die Finanz- und Wirtschaftskrise, die in den südlichen EU-Mitgliedstaaten zu einer Jugendarbeitslosigkeit von teilweise 60 Prozent führte, haben viele den Glauben an den Staatenbund verloren. „Ich kämpfe seit längerer Zeit gemeinsam mit der Bundestagsfraktion dafür, dass jeder in Deutschland ein Bildungskonto bekommt und damit die Möglichkeit hat, einmal in seinem Leben im Ausland eine Zeit zu verbringen“, so Rossmann. Auch Professor Dunckel von der Europa-Universität Flensburg, unterstützt den Vorstoß: „Man baut Ressentiments gegenüber anderen Kulturen doch nur ab, wenn wir dort einmal gelebt haben.“ Auch sei es wichtig, dass Europa nicht nur wirtschaftlich sondern auch auf sozialer Ebene zusammen wächst.

Lebhaft diskutiert wurde auch die Idee aus der Bevölkerung für einen europäischen Feiertag. Rossmann unterstützt diesen Vorschlag. „Das Begräbnis für Helmut Kohl war der erste europäische Staatsakt. Ein von der Jugend her bestimmter gemeinsamer Feiertag in Europa kann ein weiterer Baustein für das Zusammengehörigkeitsgefühl werden. Denn Feiertage sind identitätsstiftend. Und wir brauchen mehr denn je eine europäische Identität. Vor allem einer Jugend, die sich verloren fühlt, müssen wir eine gemeinsame Identität zurückgeben“, so der Bundestagsabgeordnete.

Hölck und Dunckel wollen diese Idee jetzt auch in die Feiertags-Diskussion in Kiel einbringen. Mögliche Daten wurden bereits mit dem Publikum zusammen diskutiert: 9. Mai, als Gedenken an die Rede von Robert Schumann, der 1950 die europäische Gemeinschaft erstmals vorschlug, 25. März in Anlehnung an die Unterzeichnung der Römischen Verträge von 1957 oder der 07. Februar, da 1992 an diesem Tag der Vertrag von Maastricht unterschrieben wurde und der EU seine heutige Form gab. „Das ist eine Idee, an der wir nun arbeiten sollten“, so Rossmann abschließend.

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