Die Rente hat nichts mit Alt oder Jung zu tun

Rentendiskussion Feb. 2017

Ernst Dieter Rossmann, Jürgen Jürgen Heesch und Ralf Kapschack

SPD-Arbeitnehmer diskutierten Zukunft der Alterssicherung

 Eine gute Arbeitsmarktpolitik ist das A und O einer lebensstandardsichernden Altersversorgung. Das machte der SPD-Sozialexperte Ralf Kapschack jetzt bei einer gemeinsamen Veranstaltung der SPD-Arbeitnehmerschaft (AfA) und des Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann in Tornesch deutlich. „Die Rente hat nichts mit Alt und Jung zu tun, sondern vor allem mit gerechten Einkommensverhältnissen während des Erwerbslebens“, so Kapschack.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete, der Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales ist und als profilierter Rentenexperte gilt, hob hervor, die SPD habe bei ihren Vorschlägen immer die Anliegen der heute jungen Menschen genauso im Auge, wie die der Bestandsrentner und derjenigen, die perspektivisch auf den Ruhestand zusteuern. Kapschack: „Die gesetzliche Rente muss verlässlich und planbar für alle Generationen bleiben. Und es gilt, mit zielgenauen Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen Altersarmut zu verhindern.“

Bundesarbeitsministerin Nahles habe in ihrem Konzept vorgeschlagen, dass das Rentenniveau auf dem gegenwärtigen Stand von 48 Prozent gehalten wird und der Beitragssatz sich bei maximal 24 Prozent stabilisiert. „Dafür hat sie einen ressortübergreifenden Nationalen Aktionsplan vorgeschlagen, der für Konjunkturimpulse sorgt“, berichtete Kapschack. Seinen Fraktionskollegen Ernst Dieter Rossmann, der Bildungsexperte seiner Fraktion ist, freut an diesem Konzept besonders, dass unter anderem eine Bildungs- und Qualifizierungsoffensive enthalten ist. „Bildung ist Zukunft. Und gerade Weiterbildung wird immer wichtiger, wenn es darum geht, Arbeitnehmer im Erwerbsleben zu halten oder wieder fit für die Arbeit zu machen – und das wirkt sich immer positiv auch für die Ruhestandsbezüge aus.“

Garantieren wolle Nahles dauerhaft ein Rentenniveau von mindestens 46 Prozent. „Gleichzeitig soll es auch bei der Finanzierung gerecht zugehen, weshalb auch eine obere Haltelinie für den Beitragssatz festgelegt werden soll: Bis 2030 steigt der Beitragssatz auf maximal 22 Prozent, ab 2030 auf maximal 25 Prozent – paritätisch finanziert von Arbeitgebern und Arbeitnehmern“, machte der Rentenexperte deutlich. „Weil es aber nicht allein die Aufgabe der Beitragszahler ist, den demografischen Wandel zu schultern, hat Andrea Nahles vorgeschlagen, dass auch diejenigen mit Einkommen jenseits der Beitragsbemessungsgrenze über einen Demografiezuschuss aus Bundesmitteln ab 2030 ihren Beitrag leisten.“

Bei den AfA-Kollegen stießen die Vorschläge auf grundsätzliche Zustimmung. „Wir finden aber schon, dass 46 Prozent die allerunterste Kante sind“, merkte Kreisvorsitzender Jürgen Heesch an. „Nach AfA-Auffassung muss das Niveau auf mindestens 50 Prozent gesteuert werden.“ Die SPD-Arbeitnehmerschaft setze sich dafür ein, grundsätzlich alle Erwerbstätigen in die Gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. „So wie die Bürgerversicherung bei Krankheit und Pflege absichern soll, könnte auch die Altersabsicherung für alle Erwerbstätigen gemeinsam organisiert werden“, gab Heesch den Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg.

Einigkeit herrschte wiederum beim Thema Erwerbsminderung. „Das ist häufig oft ein Armutsrisiko im Alter. Daher schlägt Andrea Nahles vor, wir auch die Erwerbsminderungsrente weiter verbessern und die Zurechnungszeit bis 2024 für zukünftige Rentner stufenweise um weitere drei Jahre auf 65 Jahre verlängern“, berichtete Kapschack, der auch für das SPD-Konzept der Solidarrente warb: „Wir wollen, dass, wer ein Leben lang gearbeitet hat, im Alter mehr als die Grundsicherung hat.“ Nach Vorstellung der Arbeitsministerin sollen langjährig Beschäftigte ein Alterseinkommen in Höhe von zehn Prozent über der Grundsicherung im Alter bekommen. „Das ist bislang mit unserem aktuellen Koalitionspartner noch nicht zu machen. Aber es ist sozial gerecht. Und deswegen werden wir als SPD in dieser Frage hartnäckig bleiben“, versprach Rossmann in seinem Schlusswort.

Getagged mit:
Veröffentlicht in Pressebereich, Wahlkreis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*