Digitale Schulen erfordern eine finanzielle Kraftanstrengung

BiFo 2017

Stellten die Konzepte der verschiedenen Ebenen zu Medienbildung und digitalem Lernen vor: Christoph Fuchs von der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies, SPD-Stadtverordneter Arne Klaus, und SPD-MdB Dr. Ernst Dieter Rossmann (v.l.n.r.).

SPD diskutierte im „Bildungsforum“ 

Zu einer modernen Bildung gehören heute das digitale Lernen und die Medienbildung. Die Kinder und Jugendlichen müssen für das Leben in der digitalen Lern- und Arbeitswelt der Zukunft rechtzeitig gründlich vorbereitet und ausgebildet werden. Hierüber herrschte breite Übereinstimmung bei dem SPD-Bildungsforum  des Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, zu dem dieser Experten und ein interessiertes Fachpublikum nach Elmshorn  eingeladen hatte.

Mit dabei auf dem Podium waren der Hamburger Schulsenator  Ties Rabe, die stellvertretende Vorsitzende des Bildungsausschusses im Schleswig – holsteinischen Landtag Beate Raudies, der Kommunalpolitiker Stadtverordnete Arne Klaus und Christoph Fuchs von der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule Elmshorn.

Ernst Dieter Rossmann für den Bund und Ties Rabe für die Länder informierten dabei über die Initiative des Bundes, in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Euro für die digitale Infrastruktur an den 40000 Schulen in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe verhandelt aktuell über die Kriterien der Verteilung. Rossmann: „Durchschnittlich 125000 Euro pro Schule sind ein guter Grundstock in der Ausstattung.“ Vom Land soll dabei nach Mitteilung der SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies hinzukommen, dass bis 2020 alle Schulen in Schleswig-Holstein einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss erhalten. Arne Klaus, schulpolitischer Sprecher der Elmshorner SPD-Stadtfraktion, wies dabei aber vor allen Dingen auf die laufende Pflege der digitalen Ausstattung an den Schulen hin. Mit einer Pool-Lösung zur Finanzierung von entsprechendem Service-Personal haben die Schulen in Elmshorn hier schon einen zukunftsweisenden Weg gefunden.

Gerade für den laufenden Betrieb sind die weiteren Kostenallerdings beträchtlich. Arne Klaus: „Darauf müssen wir uns auch als Schulträger einstellen, dass diese schnell in den Millionen-Bereich hineinwachsen können.“ Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe stellte hierzu mehrere Schätzungen von Experten in den Raum, die von einem Jahresbedarf von 300 bis 800 Euro pro Schüler ausgehen. Hinzu kämen auch noch etliche neue Anforderungen an die Schulverwaltung, was den Datenschutz und die Datenadministration angeht.

Auch müssen anspruchsvolle pädagogische Konzepte erstellt werden. Diese will der Bund auch zur Voraussetzung für seine Finanzierung machen, wie Ernst Dieter Rossmann herausstellte. Christoph Fuchs als Schulpraktiker mahnte hierzu eine sinnvolle Verbindung der verschiedenen methodischen Zugänge an. Es ginge nicht um reines Technik-Verständnis und den simplen Gebrauch von digitalen System, sondern um Medienbildung und den souveränen Umgang mit den neuen Lern- und Lehrmöglichkeiten.

Hier wurde von den Teilnehmern auf dem Bildungsforum wie von den interessierten Gästen in der Diskussion ein hohes Maß an Eigenverantwortung in den Schulen eingefordert. „Die Schulwelt wird damit noch komplexer und noch anspruchsvoller, zumal sich das Ziel angesichts des schnellen technologischen und medialen Wandels auch noch ständig bewegt“, so Ties Rabe.

„Insellösungen tragen dabei nicht“, so der SPD-Bildungsexperte Rossmann abschließend, „sondern wir brauchen das richtige Verhältnisse von bundes-und landesweiter Rahmensetzung und Gestaltungsfreiheit in den Schulen und bei den Lehrkräften selbst. Das müssen wir jetzt herausfinden und dann auch konzeptionell, in der Lehrkräftequalifizierung und technisch und finanziell absichern.“

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