Bienenschutz fängt im eigenen Garten an

Freuten sich über das große Interesse an der Diskussion zum „bienenfreundlichen Elmshorn“: MdB Ernst Dieter Rossmann, Autorin Susanne Dohrn und Kommunalpolitikerin Johanna Skalski.

Freuten sich über das große Interesse an der Diskussion zum „bienenfreundlichen Elmshorn“: MdB Ernst Dieter Rossmann, Autorin Susanne Dohrn und Kommunalpolitikerin Johanna Skalski.

Elmshorner SPD diskutierte über den Erhalt der Artenvielfalt in der Stadt

Beinahe wie im Bienenstock ging es jetzt bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Elmshorner SPD und des Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann zu. Nicht weniger als 50 Gäste hatten sich eingefunden, um mit der Autorin Susanne Dohrn und den Sozialdemokraten über das Thema „Bienenfreundliches Elmshorn“ zu diskutieren.

Dabei erwies sich der Wasserturm der Krückaustadt mit der Kerzenzieherwerkstatt von Ilse Klein als passender und stimmungsvoller Veranstaltungsort, auch wenn die Teilnehmer sich über zwei Etagen verteilen mussten, um Dohrns Vorstellung ihres neuen Buches „Das Ende der Natur“ zu verfolgen. Die Autorin zeichnete dabei ein düsteres Bild der Entwicklung der heimischen Biotope: „In den vergangenen 40 Jahren ist die Artenvielfalt bei den Pflanzen um mehr als die Hälfte zurückgegangen.“ Die Folge: Sinkende Biodiversität auch bei Insekten und Vögeln. Dohrn beließ es bei ihrem Vortrag aus Lesung und Lichtbildpassagen allerdings nicht bei der Schilderung der Negativentwicklung, sondern warb auch engagiert für ein Umsteuern bei Landbewirtschaftung und Agrarpolitik. „Das Verschwinden der Wild- und Honigbienen macht den Artenschwund besonders anschaulich und sollte Mahnung für eine Neuorientierung sein“, befand die Sachbuchautorin.

Dass dies auch einen wirtschaftlichen Hintergrund hat, hatte Gastgeber Rossmann bereits in seinem Eingangsstatement deutlich gemacht. „Die Honigbiene ist unser drittwichtigstes Nutztier. Allein durch ihre Bestäubungsleistung sorgt sie in Deutschland für vier Milliarden Euro an Wertschöpfung im Jahr.“ Die Biene dürfe auch deshalb nicht aus Landschaft und Stadtbild verschwinden.

Was dafür konkret vor Ort getan werden kann, erläuterte die SPD-Stadtverordnete Johanna Skalski. „Der Insektenschutz gehört auch in unserer Stadt in den Blickpunkt“, forderte die Kommunalpolitikerin, die unter anderem im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mitarbeitet. Mit vier Punkten will sie in Elmshorn für eine bienenfreundliche Stadt initiativ werden: „Unsere Stadt sollte am BUND-Wettbewerb ‚bienenfreundlichste Kommune‘ teilnehmen. Wir sollten ein Flächenkataster für die gezielte bienenfreundliche Umgestaltung auch kleiner Grün- und Randflächen einführen. Wir sollten eine Informationsoffensive für die Aufklärung über Artenvielfalt und die Rolle von Blütenpflanzen und Insekten starten und von den Schulen über Aufklärung im Straßenbild bis zu Bürgeraktionen für aktiven Bienenschutz werben. Und wir müssen den Einsatz von Glyphosat und anderen schädlichen Herbiziden und Insektiziden unterbinden, wo immer möglich.“

Dass die Elmshornerinnen und Elmshorner gerade mit Blick auf den anbrechenden Frühling auch gerne selbst aktiv werden wollen, wurde in der anschließenden Diskussion deutlich. So wurde etwa die Frage erörtert, was im eigenen Garten für den Schutz der Bienen getan werden kann. „Weniger mähen“, lautete hierzu das Plädoyer von Susanne Dohrn, „und mehr wilde und vor allem heimische Blütenpflanzen in den Garten holen.“ Wichtig sei auch, darauf zu achten, dass in jeder Jahreszeit ein Angebot für die Insekten da ist.

Hochwillkommen war den Sozialdemokraten die Eigenwerbung von Elmshorns NABU-Chef Hans Helmut Dürnberg, der von der Kommunalpolitik forderte, die Expertise der örtlichen Umweltschützer mehr zu berücksichtigen. „In der Tat müssen wir in den Kommunalparlamenten unsere traditionellen Prioritäten überdenken“, befand Umweltpolitikerin Skalski. „Wir müssen den Artenschutz verstärkt mit einbeziehen. Und wir tun gut daran, das Gespräch mit den Naturschützern und ihren Organisationen zu suchen.“

Auch Einlader Rossmann setzt beim Thema auf Kontinuität. „Bienen- und Insektenschutz und Biodiversität überhaupt müssen uns ein nachhaltiges Anliegen sein. Wenn wir uns um diesen Bereich dauerhaft kümmern, ist das gut für die Seele und gut für die Natur“, lautete das Schlusswort des Bundestagsabgeordneten.

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