„Das dritte Gleis bleibt unsere Priorität!“

Volles Haus beim SPD-Bahnratschlag

„Viel Interesse, viele Themen, einige offene Fragen“: So konnten der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsageordnete Ernst Dieter Rossmann und Kai Vogel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und MdL aus Pinneberg jetzt den gemeinsamen „Bahnratschlag“ resümieren. Einigkeit bestand dabei unter den Teilnehmern im vollbesetzten Sitzungssaal des SPD-Büros in der Kreisstadt, dass Verbesserungen für die Trasse Hamburg-Elmshorn mit Ziel der Dreigleisigkeit prioritäres Ziel für die Region sind.

Für die Diskussion hatten die Sozialdemokraten sich der Expertise des Kreis-ÖPNV-Planers Claudius Mozer versichert, der auch die Schnittstellen von Bahn- und Busverbindungen in den Fokus nahm. Gemeinsam wurden dabei die unterschiedlichen Projekte von der Takterhöhung bei der S-Bahn zwischen Hamburg und Wedel über den Ausbau der AKN Richtung Kaltenkirchen zur S-Bahn bis zu den in Aussicht gestellten Planungen für den Weststrang der S-Bahn-Linie 4 Richtung Elmshorn auf den Prüfstand gestellt. Auch die Fahrplanprobleme und das teilweise als katastrophal empfundene Baustellenmanagement kamen zur Sprache.

Für positive Reaktionen sorgte die aktuelle bundesseitige Zusage für den vierten Bahnsteig in Elmshorn. „Das ist für unsere Region eine gute Nachricht und ein erster Schritt auf dem Weg zum Dritten Gleis“, machte Gastgeber Rossmann deutlich. Dem stimmte auch die Gründerin der Bürgerinitiative „Starke-Schiene“, Gisela Hüllmann, zu, die aber auf rasche weitere Maßnahmen drang.

Keine Zustimmung fand hingegen die jüngst ins Spiel gebrachte Idee einer neuen Bahnlinie zwischen Neumünster und Hamburg entlang der A7. Und auch die Zukunftsperspektive einer S-4 West, die einmal bis Elmshorn führen soll, wurde eher skeptisch aufgenommen. „Letztlich ist alles gut, was die zentrale Trasse durch unseren Kreis stärkt. Aber beim S-4-Projekt gibt es noch zu viele offene Fragen – inklusive der entscheidenden Frage, ob es eine komplette parallele Struktur oder eine Verschränkung mit den bestehenden überlasteten Gleisen geben soll. Darüber hinaus ist auch der zeitliche Umsetzungshorizont völlig unklar“, machte Rossmann deutlich. „Und was uns nicht helfen würde, ist eine in Aussicht gestellte Verbindung, die dann als Vorwand dienen könnte, die bestehenden Regionalbahnen zugunsten von Güterverkehr und neuen Fernbahnen auszudünnen“, brachte Rossmann die Kritik auf den Punkt. Er will sich auch gerade der Frage der wachsenden Güterverkehre annehmen, die infolge des Hafenausbaus in Brunsbüttel zu erwarten sind. „Falls die Stadt den Zuschlag für das geplante Flüssiggas-Terminal bekommt, wird das Auswirkungen für die Bahn-Schlagader unserer Region haben. Und was das angeht müssen und werden wir auf dem Quivive sein.“

Rossmann und Vogel wollen jetzt daran gehen, mit Folgeveranstaltungen „das Eisen weiter zu schmieden.“ Anfang 2019 wollen die beiden SPD-Abgeordneten auf der Grundlage der dann hoffentlich vorliegenden Ergebnisse der Knotenuntersuchung zum Hamburger Hauptbahnhof den offenen Fragen nachgehen und Konzepte dazu diskutieren. Dazu wollen die Politiker dann auch versuchen, die Verantwortlichen von Bahn und Landesverkehrsgesellschaft mit an den Tisch zu holen.

cof

Diskutierten mit zahlreichen Teilnehmern über die Bahnthemen der Region: ÖPNV-Planer Claudius Mozer, SPD-Landtagsabgeordneter Kai Vogel und SPD-MdB Ernst Dieter Rossmann (vl.n.r.).

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