„Der Koalitionsvertrag ist eine Grundlage, auf der wir jetzt aufbauen können“

SPD-Abgeordnete im Gespräch mit der Leitung des Diakonievereins Migration Pinneberg

 

Im Gespräch mit der Leitung des Diakonievereins Migration Karen und Ludger Fischer, Kreis-Fraktionsvorsitzenden Hans-Helmut Birke und Landtagsabgeordneten Kai Vogel

Im Gespräch mit der Leitung des Diakonievereins Migration Karen und Ludger Fischer, Kreis-Fraktionsvorsitzenden Hans-Helmut Birke und Landtagsabgeordneten Kai Vogel

Zwei Jahre nach der Flüchtlingswelle ist die große Aufgabe des Diakonievereins Migration Pinneberg unter der Leitung von Ludger und Karen Fischer nun nicht mehr die Aufnahme, sondern die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. „Wir haben über die letzten Jahre gelernt, dass Sprachkurse alleine nicht zur Qualifikation für eine Ausbildung und Arbeit reichen“, so Karen Fischer, die für die Integrationskurse im Diakonieverein zuständig ist. So erläuterte sie im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann, dem zuständigen Landtagsabgeordneten Kai Vogel und dem Kreis-Fraktionsvorsitzenden Hans-Helmuth Birke, dass eine Vielzahl der Geflüchteten auch EDV-Kurse brauche und auch viele Soft Skills, wie Selbstständigkeit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, erlernt werden müssten.

Das Problem, das sich daraus ergibt, ist ein personelles. „Wir brauchen unbedingt sozialpädagogische Unterstützung zur Begleitung und Beratung der jungen Geflüchteten. Leider fehlt dafür das Geld, da es vom Land aus eine Kostendeckelung pro Stelle gibt und wir durch unsere Tarifbezahlung daran kratzen, so dass es schwierig ist, Leute durch gute Bezahlung an uns zu binden“, so Ludger Fischer. Kai Vogel wird diesem Sachverhalt in Kiel nun nachgehen. Eine weitere Baustelle ist die umfassende, aber wenig nachhaltige Bürokratie. „Wir müssen allerhand dem Amt melden, wie beispielsweise unentschuldigte Fehlzeiten. Konsequenzen werden daraus bisher nicht gezogen. Für uns ist es ein Aufwand, der sich nicht lohnt.“, so Karen Fischer. Der Kreis-Fraktionsvorsitzende Hans-Helmuth Birke will sich diesem Problem auf Kommunalebene annehmen.

So kurz nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen muss natürlich auch über die entsprechenden Punkte im ausgehandelten Vertrag gesprochen werden, der die Richtlinien für die nächsten vier Jahre vorgeben soll. Rossmann: „Natürlich wünscht man sich immer mehr. Und natürlich ist es ein Kompromiss. Über die nächsten Jahre können bis zu 40 000 Menschen über den Familiennachzug nach Deutschland kommen. Das ist eine ordentliche Anzahl und man muss sich vergegenwärtigen, dass die einzig andere Option die Anzahl Null gewesen wäre.“

Während es noch Hürden bei der Arbeit des Diakonievereins Migration Pinneberg gibt, freuen sich Karen und Ludger Fischer aktuell aber vor allem über ihre drei neu geschaffenen Ausbildungsplätze für Geflüchtete, die hervorragende Arbeit leisten. „Wir nehmen sowohl für die Kommunal-, wie auch Landes- und Bundespolitik Aufgaben mit, die es zu bewerkstelligen gibt. Aber ich freue mich sehr über die Paradebeispiele der gelungenen Integration, die die Diakonie selbst liefert.“, so Rossmann abschließend.

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