„Die Einstellungspraxis der Post muss sich ändern“

Rossmann (SPD) unterstützt Scholz-Initiative

 „Ich freue mich, dass diese Praxis nun endlich problematisiert und angegangen wird.“ Das sagt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann zur den Einstellungskonditionen für Paketboten der Deutschen Post AG. „Aus Gesprächen mit Betriebsräten aus unserer Region weiß ich, dass die Arbeitnehmervertretungen schon länger über restriktives Vorgehen bei Entfristungen klagen. Dass dieses Vorgehen systematisch und auf Weisung der Konzernzentrale erfolgt, entsetzt mich allerdings.“

Ein Konzernsprecher der Post hatte Anfang der Woche bestätigt, dass Paketzusteller, die innerhalb von zwei Jahren mehr als 20 Tage krank sind, bei dem Unternehmen keinen unbefristeten Vertrag bekommen können. Rossmann: „Jedem kann es mal passieren, dass er sich einen Bruch oder eine hartnäckige Krankheit einhandelt, die ihn für mehrere Wochen außer Gefecht setzt. Da ist es ein Unding, wenn der Arbeitgeber derartige Konsequenzen zieht“, findet Rossmann. „Und Fehltage müssen ja auch nichts mit mangelnder Fitness oder Arbeitstauglichkeit zu tun haben.“

Regelrecht zynisch findet Rossmann es, wenn seitens des Konzerns argumentiert werde, dieses Verfahren sei im Interesse aller Beteiligten. „Die wenigsten Kunden werden die Post bei dieser Praxis unterstützen und im Sinne der Beschäftigten ist es ganz sicher nicht. Daran haben die Betriebsräte mir gegenüber keinen Zweifel gelassen.“ Die Arbeitnehmervertreter hätten vielmehr von einem Klima der Angst gesprochen, das die Post bei den Paketzustellern erzeuge. Rossmann: „Wer schon acht oder neun Fehltage auf der Uhr hat, macht sich natürlich große Sorgen wie es weitergeht.“

Rossmann unterstützt daher auch die Initiative von Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Der SPD-Vizekanzler hatte den Konzern, an dem der Bund knapp 21 Prozent hält, aufgefordert, die Einstellungspraxis zu ändern. „Und ich begrüße es, dass bei der Gelegenheit auch das Einstellungsverhalten von anderen Unternehmen mit Bundesbeteiligung überprüft wird“, betont Rossmann.

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