Die letzte Werft an der Westküste

Sozialdemokraten zu Besuch auf der Peters Werft in Wewelsfleth

Beim Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann auf der Peters Werft in Wewelsfleth war das Eis mit dem siebenköpfigen Betriebsrat schnell gebrochen. „Schließlich sind wir alle Gewerkschaftsmitglieder“, so Rossmann, der zusammen mit der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Gabi Sachse und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Pahl auf die Werft gekommen war. In dem intensiven Gespräch mit dem Betriebsrat ging es dann um die Gesamtentwicklung im Schiffsbau, die Spezialisierung und die Entwicklung im Neubau von Luxus-Yachten und bei den Schiffsreparaturen. Angesprochen wurden auch die Hürden für mittelständige Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen. Dieses Thema stellte auch der Geschäftsführer der Werft, Mark Dethlefs, besonders voran. „Es müssen faire Bedingungen geschaffen werden, sonst kommen kleinere Unternehmen gegen die Großen nicht an“, so Dethlefs. Bis 2000 hatte die Peters Werft keine öffentlichen Aufträge angenommen. Mittlerweile liegt der Anteil bei 33 Prozent. Die restlichen 66 Prozent der Aufträge sind aus dem Sektor des Spezialschiffbaus. „Das heißt für uns aber auch, dass wir für maximal 24 Monate planen. Der Regelfall ist sogar eher 12 Monate Planungsvorlauf“, so Dethlefs.

Als Vorsitzender des Bildungsausschusses wollte Ernst Dieter Rossmann außerdem wissen, wie es um die Ausbildungslage und Fachkräftemangel in der Peters Werft steht. Meist gäbe es zwischen acht und zehn Auszubildende bei einer Stammbelegschaft von 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber für den Beruf des Schiffsbauern könnten sich nur noch wenige begeistern, berichteten die Mitglieder des Betriebsrats. Das wäre aktuell aber kein nachhaltiges Problem, da die technologische Entwicklung weiter voranschreiten würde und der konkrete Bedarf an Fachkräften zurückginge.   „Durch die Technik geht vieles mittlerweile einfach schneller. Gleichzeitig wird im Schiffsbau auch in Zukunft wegen der besonderen Anforderungen mit schweren Material die Manpower gebraucht“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Für den konkreten Standort, betonte der Geschäftsführer der Peters Werft, Mark Detlefs, auch die Bedeutung des Ausbaus der Autobahnen A23 und A20. Auch die Arbeit an der Bundesstraße 5 sei wichtig für die Traditionswerft, da eine funktionierende Infrastruktur enorm zu einem guten Standort beitragen würde.

Auch der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Gabi Sachse liegt viel an der Werft. „Sie gehört nach Wewelsfleth. Fast jeder in der Umgebung hat eine Verbindung mit der Werft. Mein Vater beispielsweise hat hier gearbeitet“, so Sachse. Dem konnte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Pahl nur zustimmen.

Im Anschluss an die Gespräche mit dem Betriebsrat und dem Geschäftsführer, ging es noch auf eine Tour durch die Werft, die aktuell den berühmten Frachtsegler „Peking“ beherbergt und wieder zurecht macht. Ende 2019 soll das 1911 erbaute Schiff wieder in seinen Heimathafen nach Hamburg zurückkehren und dort der Mittelpunkt im neuen Museumshafen bilden. „Der Besuch auf der Peters Werft hat sich natürlich nicht nur wegen der „Peking“ gelohnt. Sondern vor allem wegen der sehr konkreten Gespräche. Ich nehme vor allen Dingen die Kritik an den Rahmenbedingungen für mittelständige Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen mit nach Berlin“, so Rossmann zum Abschluss des Besuchs auf der Peters Werft.

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