„Mit Hakenkreuzen spielt man nicht“

Rossmann (SPD) lehnt Nazi-Symbole in Computerspielen ab

Die von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vorgenommene Neueinstufung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen für die Verwendung in Computerspielen trifft beim Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann auf entschiedenen Widerstand. „Mit Hakenkreuzen spielt man nicht“, steht für den Parlamentarier fest, der auch Vorsitzender des Bildungsausschusses im Deutschen Bundestag ist.

Der Politiker erinnert daran, dass die Verwendung von Nazi-Symbolen durch das Gesetz verboten ist. „Ausnahmen gelten nur für die Bereiche der Wissenschaft und Lehre, der Kunst oder der staatsbürgerlichen Aufklärung“, macht Rossmann deutlich. „Auch als Bildungspolitiker, der für den Einsatz moderner Medien in Schule und Weiterbildung offen ist, kann ich einen solchen Zweck hier nicht erkennen.“

Für Rossmann ist der Umgang mit Hakenkreuzen, SS-Runen und ähnlichen Symbolen bislang zu Recht stark beschränkt. Gerade aktuell werde deutlich, dass am rechten Rand versucht wird, Nazi-Verbrechen zu relativieren und Hitlergruß und nationalistische Sprechchöre zu verharmlosen. „Eine differenzierte Darstellung des Nationalsozialismus mit seiner Entstehung, mit Holocaust und Krieg, der Unmenschlichkeit und dem Terror des Systems kann kein Computerspiel leisten“, macht der Abgeordnete deutlich. „Vor diesem Hintergrund müssen sich Spieleentwickler und -Firmen und auch die Nutzer von Computerspielen darüber klar sein, dass dieser Bereich tabu bleiben muss.“ Dem Spielspaß tut das nach seiner festen Überzeugung keinen Abbruch. „Ein gutes Spiel braucht keine Hakenkreuze“, ist Rossmann sicher

Verärgert ist der Politiker besonders über das Vorgehen der USK, die durch eine klammheimliche Verfahrensänderung im Sommer einer öffentlichen Debatte offenbar ausweichen wollte. „Was überhaupt nicht geht, ist, dass eine solche Freigabe durch die Hintertür vorgenommen wird. Ohne Diskussion und ohne die Befassung des Bundestages sollte eine solche Entscheidung nicht erfolgen“, fordert Rossmann.

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