Pflegenotstand macht erfinderisch

Diskutierten in einer engagierten Runde über Lösungen für den Pflegenotstand: SPD-MdB Ernst Dieter Rossmann, Pflegeberufekammer-Präsidentin Patricia Drube, AWO-Wohnpflege-Chefin Ines Wiese, Landtagsabgeordnete Beate Raudies und SPD-Kreistagsfraktionsvize Hans-Peter Stahl.

Diskutierten in einer engagierten Runde über Lösungen für den Pflegenotstand: SPD-MdB Ernst Dieter Rossmann, Pflegeberufekammer-Präsidentin Patricia Drube, AWO-Wohnpflege-Chefin Ines Wiese, Landtagsabgeordnete Beate Raudies und SPD-Kreistagsfraktionsvize Hans-Peter Stahl.

SPD-Pflegekonferenz diskutiert über Zukunftskonzepte

„Trotz bereits spürbarer Engpässe im Bereich der Altenpflege auch im Kreis Pinneberg darf an der Fachkräftequote in den Einrichtungen nicht gerüttelt werden.“ Über diese Ansage von Veranstalter Ernst Dieter Rossmann bestand jetzt Einigkeit aller Teilnehmer beim SPD-Pflegeforum in Tornesch. „Die Qualität darf nicht leiden, dafür müssen aber die Lösungskonzepte so schnell wie möglich umgesetzt werden“, machte der Bundestagsabgeordnete für den Kreis Pinneberg deutlich.

Dass dabei die Wertschätzung der Pflegefachkräfte ein zentraler Punkt ist, wurde in der Diskussion schnell deutlich. Große Zustimmung für die Aufnahme Ihrer Arbeit erfuhr die neue Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, deren Präsidentin, Patricia Drube die Einrichtung vorstellte. „Die Zukunft der Pflege ist eine hochanspruchsvolle Aufgabe für unsere Gesellschaft, da ist es gut, wenn es jetzt diesen Netzwerkknoten und Ansprechpartner für die Fachkräfte gibt“, befand Gastgeber Rossmann. Landtagsabgeordnete Beate Raudies wies darauf hin, dass mit der neuen Kammer erstmals eine Stelle geschaffen worden ist, die die fachlichen Anliegen der Pflegekräfte in den Mittelpunkt stellt.

Auf die zunehmenden Schwierigkeiten auch in der Region, Pflegefachkräfte zu finden, wies die Leiterin der Tornescher Wohnpflege, Ines Wiese hin. Im Hamburger Rand sei schon bald von 5000 fehlenden Kräften auszugehen. „Einrichtungen, die jetzt Stellen nachbesetzen müssen, haben schon Probleme und können zum Teil Zimmer nicht mehr belegen“, machte Wiese deutlich. Konsens bestand in der Runde denn auch darüber, dass eine Aufwertung des Pflegeberufs und bessere Bezahlung zentral sind. „Die Pflege braucht eine bessere finanzielle Ausstattung. Die Erhöhung der Beiträge für die Pflegeversicherung darf deshalb kein Tabu sein“, betonte Landtagsabgeordnete Raudies. Auch die Angleichung der Bezahlung von Kranken- und Altenpflege, wie sie mit der Umsetzung des Pflegeberufsgesetz ab 2020 kommen wird, werde helfen. Nur ein Notbehelf darf nach Auffassung Rossmanns dabei aber die Leiharbeit sein. „Die Pflegebedürftigen brauchen den persönlichen Bezug und die menschliche Vertrautheit. Deshalb darf der Leiharbeitseinsatz in diesem Bereich nach meiner Auffassung nicht der Regelfall sein.“

Konkrete Handlungsmöglichkeiten zeigte der Sozialexperte und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Hans-Peter Stahl, auf. So sei es in Schleswig-Holstein endlich gelungen, dass die Gebühren bei der Altenpflegeausbildung abgeschafft werden. „Und auch im Kreis Pinneberg tut sich etwas: An der Berufsschule Elmshorn ist es jetzt möglich mit einer zweijährigen Ausbildung im Bereich Pflegeassistenz die Fachhochschulreife zu erreichen“, berichtete Stahl. „Das ist eine echte Aufwertung zu einer wirklich attraktiven Qualifikation.“ Er sprach sich auch dafür aus, verstärkt um Rückkehrerinnen und Rückkehrer in den Pflegeberuf zu werben. „Der Pflegenotstand macht erfinderisch. An guten Ideen ist jedenfalls kein Mangel“, fasste Rossmann die Diskussion schließlich zusammen. „Auf Bundesebene und auch im Land werden derzeit wichtige Schritte für eine Pflegeoffensive unternommen. Aber es muss auch wirklich auf allen Ebenen richtig Dampf gemacht werden, damit der Pflegenotstand abgewendet wird“, befand der SPD-Bundestagsabgeordnete.

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