Azubi-Mindestlohn: Rossmann fordert kleine Gewerke auf, Tarife abzuschließen

SPD-Abgeordneter weist Unternehmer-Kritik zurück

„Die Einführung der Mindestausbildungsvergütung ist ein guter und notwendiger Schritt.“ Das sagt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann anlässlich des Kabinettsbeschlusses zum am heutigen Mittwoch. „Wer die berufliche Bildung stärken will, muss für die Auszubildenden mehr als ein Dumping-Entgelt übrig haben.“ Die Kritik von Seiten einiger kleinerer Branchen weist Rossmann zurück. „Wer eine Übergangsregelung möchte, muss für sein Gewerk einen Tarif vereinbaren.“

Der Politiker weist darauf hin, dass gerade im Hamburger Umland die Lebenshaltungskosten für junge Menschen in Ausbildung in den vergangenen Jahren über die Mietkostenentwicklung sehr angestiegen sind. „Auch für Modeschneider und Goldschmiede gilt, dass ihr Nachwuchs einen Azubi-Lohn verdient hat, der sich am Durchschnitt der Ausbildungsvergütungen orientiert“, sagt Rossmann. Er freue sich, dass es der SPD gelungen ist, dies gegen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) durchzusetzen, die eine Orientierung am BAFöG geplant hatte. „Ein echtes Plus ist zudem die gestaffelte Anhebung in den kommenden Jahren.“

Der Azubi-Mindestlohn soll für das erste Ausbildungsjahr zunächst 515 Euro betragen und wird sich bis ins dritte Lehrjahr um 35 Prozent erhöhen, wie Rossmann berichtet. Die Mindestausbildungsvergütung wird zudem jährlich automatisch entsprechend der Durchschnittswerte angepasst. „Damit haben wir auch eine Dynamisierung mit vorgesehen, die auch die Gewerkschaften gefordert haben“, macht der SPD-Mann deutlich. Wohl noch bis 2024 haben die Branchen dabei die Möglichkeit, über tarifliche Vereinbarungen von den Regelzahlen abzuweichen. Rossmann: „Wenn es den Gold- und Silberschmieden tatsächlich so schlecht geht, dass sie die geplante Mindestausbildungsvergütung nicht bezahlen können, ist der Abschluss von Branchentarifen der Weg, den sie jetzt gehen müssen.“

Lob gibt es von Rossmann für die Tarifpartner, die an der Findung einer Regelung für den Azubi-Mindestlohn aktiv mitgearbeitet hatten. Im Rahmen der aktuellen Diskussion in Berlin forderte der SPD-Bildungsexperte Ministerin Karliczek deswegen auf, die Expertise von Arbeitgebern und Gewerkschaften auch an anderer Stelle zu nutzen. „Die Tarifpartner sollten auch einen Platz im nationalen Bildungsrat bekommen“, mahnt Rossmann.

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