SPD-Delegation bei Medac in Wedel

Von links nach rechts: Thomas Hölck, Ralf Stegner, Jörg Hans und Ernst Dieter Rossmann

„Gerade für die Gewährleistung eines breiten therapeutischen Angebots in Verbindung mit der Entwicklung von neuen Arzneimitteln für Patienten in Nischenindikationen mit einem hohen therapeutischen Bedarf sind mittelständische Pharmaunternehmen in Deutschland unverzichtbar.“ Bei einem Besuch der SPD-Politiker Ralf Stegner, Fraktionsvorsitzender der SPD im Schleswig-holsteinischen Landtag, des Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann und des Landtagsabgeordneten Thomas Hölck machten Jörg Hans und Volker Bahr für die Geschäftsführung des zu 100 Prozent privat geführten Unternehmens Medac deutlich, wie sie die Effizienz eines Generikaherstellers mit der Innovationskraft eines forschenden Pharmaunternehmens verbinden wollen. Jörg Hans: „Medac ist 1970 in Hamburg gegründet worden und seitdem stabil gewachsen. Solidität und Kontinuität sollen auch für die Zukunft Leitprinzipen von Medac bleiben.“

Dafür hat das Unternehmen mittlerweile weltweit über 1900 Mitarbeiter beschäftigt und sind in über 90 Ländern Arzneimittel und Diagnostika von Medac erhältlich. Im Kreis Pinneberg selbst sind über 1200 Mitarbeiter an den Standorten der Firma in Wedel und Tornesch angestellt. Die SPD-Vertreter interessierten sich natürlich auch für die Mitarbeiterstatistik, denn Medac ist mit seiner großen Mitarbeiterschaft einer der wichtigen Arbeitgeber im Kreis Pinneberg. Bei einer Frauenquote von 62 Prozent sind 43 Prozent der Beschäftigten Akademikerinnen und Akademiker. Die Teilzeitquote liegt bei 22 Prozent. Zeitarbeitskräfte sind nur 22 und damit unter 2 Prozent. Auch wenn das Unternehmen sich durch einen hohen Anteil an langjährig Beschäftigten auszeichnet und aktuell 17 Auszubildenden und Dual-Studierende ausweist, warben die SPD-Abgeordneten dennoch für einen Erhöhung dieser Zahl. Ralf Stegner: „Die Konkurrenz bei den Fachkräften wird größer, insbesondere auch in einer Metropolregion wie Hamburg. Da muss gerade der Mittelstand rechtzeitig Nachwuchspotential aufbauen.“

Großes Interesse fanden bei den SPD-Politikern auch die Wachstumspläne des Unternehmens, die sich idealerweise, wie  Jörg Hans und Volker Bahr betonten, an den bestehenden Standorten in den Regionen vollziehen sollen. Neben Wedel und Tornesch bezieht sich dieses auch auf Dessau und Brünn, zwei Standorten in der früheren DDR und Tschechoslowakei, die traditionelle Schwerpunkte in der Pharmaproduktion waren und auch sehr gut ausgebildete Fachkräfte aufweisen. Angesichts von aktuellen Herausforderungen in der Corona-Krise und im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Brexit war auch die Entwicklung der Arzneimittellieferfähigkeit von Medac im Jahr 2020 ein Thema bei dem Firmenbesuch. Einige wenige Wochen hat diese bei ‚nur‘ noch über 95 Prozent des gesamten Produktportfolios gelegen, ist aber seit Ende Mai schon wieder stabil auf über 97,5 Prozent gestiegen. Volker Bahr: „Das ist für einen Grundversorger von therapienotwendigen bewährten Arzneimittel sehr wichtig.“ Angesichts von Arzneimittellieferengpässen in der Corona-Krise sieht Ernst Dieter Rossmann darin ein Grundanliegen, über den Erhalt und Ausbau von Produktion in Deutschland oder zumindest in Europa hier auch in Zukunft ein stabiles Versorgungsniveau zu halten.

Die Unternehmensvertreter machten darauf aufmerksam, dass diese Versorgungssicherheit in Zukunft auch bei der Gestaltung von Preismoratorien, Festbeträgen, Rabattverträgen und anderen Steuerungsinstrumenten in der Preisgestaltung mitgedacht werden müssten. So sollte es möglichst keine Rabatte für definierte versorgungsnotwendige Wirkstoffe mehr geben. Eine verlässliche Auskömmlichkeit sei auch Voraussetzung dafür, dass mittelständische Unternehmen Investitionen für neue innovative Produkte tätigen und den Patienten unterstützende Diagnosen und Anwendungssysteme anbieten könnten. Jörg Hans: „Medac will jedenfalls als Unternehmen und Partner in der Region weiter investieren und auch neue Wege gehen.“ Thomas Hölck, Landtagsabgeordneten für Wedel und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, auf dessen Initiative der Besuch zustande gekommen war, konnte dieses nur begrüßen. „Medac hat sich zu einem echten Pluspunkt für die Region entwickelt und zeigt, was moderner Mittelstand alles leisten kann“, so der örtliche Landtagsabgeordnete.