Drittes Gleis: SPD-Abgeordnete machen Druck

Kai Vogel, MdL; Manuela Herbort, DB-Konzernbevollmächtigte für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, Beate Raudies, MdL, Ernst Dieter Rossmann, MdB

Gibt es eine Chance, mit dem Projekt „Drittes Gleis“ von den zusätzlichen Schienenausbaumitteln aus dem Klimapaket zu profitieren? Das hoffen die Kreis Pinneberger SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies, Kai Vogel und Thomas Hölck und der Bundestagsabgeordnete der SPD für den Kreis, Ernst Dieter Rossmann. Gemeinsam haben die Politiker Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU), Landesverkehrsminister Buchholz (FDP) und die Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn, Manuela Herbort, angeschrieben, um Druck für das Projekt zu machen. Gleichzeitig nehmen sie aber auch kleinere praktische Lösungen ins Visier. „Wir setzen uns für die Anlage einer zusätzlichen Weiche im Bereich des Bahnhofs Torneschs als weitere Ad-hoc-Maßnahme ein“, schreiben die Abgeordneten.

Der Bau der Festen Fehmarnbeltquerung werde sich noch über Jahre hinziehen, sodass die Belastung mit Güterzügen und Fernzügen nach Skandinavien auf dem genannten Streckenabschnitt absehbar hoch bleibt, argumentieren die  SPD-Parlamentarier in ihren Schreiben. „Da sich der größte Teil des produzierenden Gewerbes des Königreichs Dänemarks in Jütland befindet, wird es auch hier nicht zu einer deutlichen Verlagerung der Güterverkehre kommen.“ Außerdem wüchsen die Bevölkerung und die Zahl der Beschäftigten in der Metropolregion Hamburg deutlich, sodass zusätzliche Schienenverkehre notwendig würden. Bestätigt sehen sich die Sozialdemokraten dabei auch durch die gerade präsentierte OECD-Studie zur Metropolregion, die ebenfalls einen Ausbau der verkehrlichen Infrastruktur anmahnt.

Auch aus Klimaschutzgründen macht das Dritte Gleis für die Abgeordneten Sinn. „Die genannte Strecke wird stark von regionaler und auch überregionaler  Pendlernutzung geprägt und steht in direkter Wechselwirkung mit dem Berufsverkehr auf der Autobahn A23 und ihren Nebenstrecken. Schienenausbau an dieser Stelle ist unmittelbarer Klimaschutz“, argumentieren sie.

Eine Maßnahme, die weitaus schneller umsetzbar ist als das Projekt Drittes Gleis haben die SPDler allerdings ebenfalls im Auge: eine zusätzliche Weiche im Bereich des Bahnhofs Tornesch. „Hier ist eine Weiche im südlichen Bereich vorhanden. Durch die Anlage einer zusätzlichen Weiche im nördlichen Bereich könnte hier eine Überhol- und Ausweichmöglichkeit geschaffen werden, mit der Zeitverluste bei Störungen oder durch haltende Züge vermieden werden könnten“, machen die Abgeordneten deutlich. Über eine solche Lösung hatten Landtags-Verkehrsexperte Kai Vogel und MdB Ernst Dieter Rossmann auch schon bei einem Treffen mit der Bürgerinitiative „Starke Schiene“ gesprochen.

Einigkeit mit den Aktiven der Gruppe hatten die Politiker dabei auch noch an zwei anderen Punkten ausgemacht, bei denen sie jetzt ebenfalls Druck machen. „Zum einen hat sich der Einsatz längerer Züge in der Zeit der Sperrung der Landesstraße 110 aus unserer Sicht bewährt und sollte für als Regelbetrieb in Betracht gezogen werden. Zum zweiten sollte geprüft werden, wie die bis zu 40-minütigen Fahrplanlücken in der Verbindung Tornesch-Hamburg, geschlossen werden können“, schreiben Hölck, Raudies, Rossmann und Vogel.

Mit der gemeinsamen Aktion hoffen die Abgeordneten auf besondere Aufmerksamkeit bei der Deutschen Bahn und den Ministern. „Das Dritte Gleis ist seit Jahren zentrales Anliegen von Bürgern und Politik im Kreis Pinneberg. Über Parteigrenzen hinweg setzen sich Abgeordnete der verschiedenen Ebenen genauso wie Bürgermeister und Landrat für diese Maßnahme ein – da darf man für die Sache auf mal auf die Tonne hauen“, finden die SPD-Abgeordneten.

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