Rossmann kritisiert Habeck-Vorschlag: “Nicht faktensicher und sattelfest” 

„Das ist ein ganz wichtiger, erster Schritt nach vorn zur Sicherung von Ausbildungsplätzen in der Corona-Krise!“, so kommentierte der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Bildungsausschusses des Deutschen Bundestages Ernst Dieter Rossmann die Beschlüsse der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Rossmann begrüßt mit Nachdruck die Entscheidung für eine Prämie für Firmen, die Auszubildende von insolvent gegangenen Firmen infolge der Corona-Epidemie übernehmen. Auch soll die Berufsausbildungshilfe im Bedarfsfall länger gezahlt werden. Rossmann: „Es ist das Mindeste, dass alles getan wird, damit die begonnenen Ausbildungen nicht ins Leere laufen.“

Gleichzeitig erwartet der SPD-Bildungspolitiker weitere konkrete Schritte, wie das Ausbildungsangebot erhalten werden kann. Rossmann: „Zur Sicherung der Ausbildung können auch die überbetriebliche und die außerbetriebliche Ausbildung beitragen, wenn die Firmeninsolvenzen tatsächlich deutlich zunehmen sollten und die Ausbildungsangebote zurückgehen sollten.“ Erste Einschätzungen gehen davon aus, dass im Handwerk und bei den IHK-Berufen bis zu 20 Prozent weniger Ausbildungsplätze angeboten werden könnten.

Was die finanzielle Absicherung der Auszubildenden angeht, legt der SPD-Bildungspolitiker Wert darauf, dass die Ausbildungsvergütung auch bei Kurzarbeit im Betrieb vom ersten Tag an für sechs Wochen in jedem Fall weitergezahlt werden muss. Rossmann: „Das haben wir zum Glück im Berufsbildungsgesetz klar geregelt und hieran darf auch nicht gerüttelt werden.“ Robert Habeck, dem Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, der kürzlich ein Azubi-Kurzarbeitergeld vom ersten Tag an gefordert hat, wirft der Abgeordnete hier „grobe Unkenntnis“ vor. Rossmann: „Das hatten wir schon mal bei der Diskussion um die Entfernungspauschale und jetzt auch wieder, dass Robert Habeck bei den Fakten nicht sattelfest ist und seine Einlassungen deshalb nicht zielführend sind“. Zwar gäbe es Bestrebungen von Arbeitgeberseite, diese sechs Wochen Pflichtfortzahlung der Ausbildungsvergütungen abzuschaffen, aber das dürfe weder auf Kosten der Auszubildenden gehen noch auf Kosten der Solidargemeinschaft der Steuer- und Beitragszahlenden, wie es offensichtlich dem Grünen-Vorsitzenden vorschwebt. Einsetzen will sich der SPD-Bildungspolitiker außerdem dafür, dass auch die Auszubildenden aus dem Kreis der Geflüchteten in der Krise jetzt nicht in ihren Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten beschnitten werden. Etwa 55.000 junge Menschen machen hier gegenwärtig eine Ausbildung. Rossmann: „Die Fristen für die Suche nach einer Anschlussbeschäftigung müssen hier jetzt so angepasst werden, dass die Ausbildung dann nicht später direkt in die Abschiebung führt. Das würde die Anstrengungen der Ausbildungsbetriebe und der Auszubildenden schwer enttäuschen und auch einen Verlust an Fachkräften bedeuten, den wir nicht zulassen dürfen.“