Fleischwirtschaft: Rossmann fordert mehr Personal und schärfere Kontrollen

Abgeordneter mahnt Konsequenzen bei Arbeitsschutz und Unterkünften an

Der SPD-Bundestagabgeordnete Ernst Dieter Rossmann erwartet schnelle Konsequenzen für die Fleischwirtschaftsbetriebe aus der aktuellen Corona-Entwicklung. „Ich rechne damit, dass schon in der kommenden Woche Verschärfungen im Bereich Arbeitsschutz beschlossen werden“, macht der Parlamentarier deutlich. Er hoffe, dass das Corona-Kabinett für den Bereich Nägel mit Köpfen mache.

Bereits in einer aktuellen Stunde des Bundestages am Mittwoch sei deutlich geworden, dass Handlungsdruck bestehe, sagt Rossmann der für die SPD den Kreis Steinburg betreut, in dem der Großteil der Corona-infiziert Mitarbeiter des Vion-Schlachthofs in Bad Bramstedt wohnen. „Es ist keine Freude für einen Schleswig-Holsteiner, wenn der Bundesarbeitsminister den Namen der Stadt Bad Bramstedt in seiner Rede im Zusammenhang mit den Formulierungen ‚beschämend‘ und ‚nicht zu tolerieren‘ nennt“, berichtet Rossmann, der sich bereits seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche einsetzt. Er habe aber den Eindruck, dass dem Entsetzen nun auch konkrete Schritte folgen sollen.

„Ich erwarte, dass es aus Berlin jetzt zum einen Rückendeckung für das entschlossene Handeln der Ordnungsbehörden und Landräte gibt, zum anderen einige Problembereiche ernsthaft angefasst werden.” Dazu gehören muss für den Sozialdemokraten der weitere Ausbau der Betriebskontrollen durch den Zoll. „Da hat Olaf Scholz als zuständiger Minister schon einiges bewegt. Wir brauchen aber noch mehr Überprüfungen, um den Druck für die Einhaltung vernünftiger Arbeitsplatzbedingungen hoch zu halten.“ Zudem gehörten regelmäßige Corona-Tests für Schlachthof-Beschäftigte genauso auf die Agenda wie Kontrollroutinen für den Arbeitswege-Transport. „Außerdem halte ich es für notwendig, dass es zu einer Generalunternehmer-Verantwortung für die Unterbringung derjenigen kommt, die in den Schlachthöfen arbeiten.“ Sehr schnell müsse es schließlich auch zu einem Ausstieg aus dem Übermaß an Leiharbeits- und Werkverträgen kommen. „Die Union und ihre Ministerinnen und Minister müssen endlich über ihren Schatten springen und zulassen, dass diesem Unwesen ein Ende bereitet wird“, sagt Rossmann.

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