Wir brauchen den Qualitätsjournalismus der Öffentlich-Rechtlichen!

Rossmann nimmt öffentliche Radio- und Fernsehangebote gegen CDU-Bashing in Schutz

 „Das hat der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk nicht verdient!“ Das sagt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann zu den aktuellen Angriffen von Unionspolitikern gegen die Öffentlich-Rechtlichen Radio- und Fernsehsender. „Auch ich ärgere mich immer wieder über verschiedene Berichterstattungen. Den Nachrichtensendungen, politischen Magazinen und Talkshows öffentlich-rechtlichen Sendern aber pauschal links-grüne Weltanschauung vorzuwerfen, geht nicht in Ordnung. Das ist sowohl von den Fakten als auch von der Wortwahl her völlig fehl am Platz.“

Er sei sehr dafür, bei der Diskussion um Finanzen und Inhalte in Radio und Fernsehen sachlich zu bleiben. Dazu gehöre die Feststellung, dass Satire-Sendungen anders funktionieren als Nachrichten. Rossmann: „Über ihre Beiträge mag man sich ärgern, sie unterliegen aber der künstlerischen und kabarettistischen Freiheit, solange niemand herabgesetzt oder beleidigt wird.“

Für unhaltbar hält es der SPD-Mann aber, wenn zum Beispiel der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael von Abercron Nachrichtensendungen, politische Magazine und Talkshows immer mehr zu „einheitlichen Indoktrinationsplattformen“ verkommen sieht.

Auch was die finanzielle Ausgestaltung der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten angeht, plädiert Rossmann für einen Blick auf die Fakten. „Rundfunkanstalten wie der NDR haben den Auftrag zur umfassenden Information, zu Qualitätsjournalismus und regionaler Berichterstattung, wie wir sie für den Norden von N3 auf gutem Niveau zuverlässig geliefert bekommen. Dafür brauchen die Sender eine ausreichende Finanzierung“, macht Rossmann deutlich.

Die aus unabhängigen Experten bestehende Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) schlägt dazu aktuell in einem noch vorläufigen Entwurf eine Anhebung auf 18,36 Euro pro Monat vor, derzeit sind pro Haushalt monatlich 17,50 Euro fällig. Die Endfassung des Berichts soll Anfang 2020, also demnächst, erscheinen. Davor wurde der Beitrag wurde zuletzt 2009 erhöht und 2015 sogar gesenkt. Rossmann: „Dass die Sender wie von CDU-Politikern behauptet, immer mehr Geld fordern ist so also nicht richtig.“ Über die Finanzausstattung der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten entscheiden dann zeitnah die Länder, wobei diese Entscheidung in der Vergangenheit in der Regel geringer ausgefallen ist als die Vorschläge der Expertenkommission. Rossmann warnt davor, Druck auf die politische Ausrichtung der Berichterstattung bei den Öffentlich-Rechtlichen zu machen. „Das wäre sicher nicht im Sinne unabhängiger Medien und freier Pressearbeit“, betont der Abgeordnete.

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